Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Damen und Herren,
drei zentrale Themen prägten die Arbeit des Aufsichtsrats der Vonovia SE im Jahr 2025:
Erstens beschäftigten wir uns mit der Nachfolgeplanung im Vorstand und im Aufsichtsrat. Wir trafen wesentliche Entscheidungen für eine personelle Neuaufstellung im Vorstand. Nach 13 Jahren erfolgreicher Unternehmensführung legte Rolf Buch sein Mandat als Vorstandsvorsitzender mit Wirkung zum 31. Dezember 2025 nieder. Zum Beginn des Geschäftsjahres 2026 übergab er den Vorstandsvorsitz an Luka Mucic. Mit ihm konnten wir eine international erfahrene und bestens vernetzte Führungspersönlichkeit gewinnen – mit umfassender Finanzexpertise und fundierten Kenntnissen im B2C- und B2B-Geschäft. Seine Erfahrung hinsichtlich des Einsatzes digitaler Technologien und die Wertschöpfung durch strategische Partnerschaften werden für die weitere Entwicklung der Vonovia SE sehr wertvoll sein. Daniel Riedl strebt keine Verlängerung seines Vertrags and und wird sein Amt als Chief Development Officer zum 31. Mai 2026 in vollem gegenseitigen Einvernehmen niederlegen. Er übergibt seine Aufgaben an Katja Wünschel, die zum 1. April 2026 in den Vorstand berufen wird und zum 1. Juni 2026 das CDO-Ressort übernimmt. Katja Wünschel bringt viele Jahre Erfahrung im Projektgeschäft sowie in der Umsetzung großer Investitionsvorhaben mit. Ihr fundiertes Know-how in der Planung und Realisierung von Bau- und Entwicklungsprojekten wird die weitere Entwicklung des Neubaus bei Vonovia, insbesondere im Bereich des seriellen Bauens, maßgeblich unterstützen. Ruth Werhahn wird ihre Aufgaben als CHRO mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 für weitere drei Jahre fortsetzen.
Auch im Aufsichtsrat gab es Veränderungen: Mit der Hauptversammlung am 28. Mai 2025 wurden Michael Rüdiger und Dr. Marcus Schenck in unser Gremium aufgenommen. Beide bringen für ihre Tätigkeit in unserem Gremium umfassende Erfahrung im Finanzsektor mit. Sie folgten auf Dr. Ute Geipel-Faber und Hildegard Müller, die dem Aufsichtsrat viele Jahre wichtige Impulse gegeben haben.
Zweitens beschäftigten wir uns mit dem Vergütungssystem für den Vorstand, das wir der Hauptversammlung 2025 zur Billigung vorlegten. Unter Berücksichtigung der Unternehmensstrategie der Vonovia SE, der aktuellen Marktpraxis und der Rückmeldungen von institutionellen Investoren und Stimmrechtsberatern zum Vorstandsvergütungssystem 2024 wurde der Fokus auf eine noch stärkere Verknüpfung der Vergütung des Vorstands mit der Unternehmensstrategie und dem Erfolg der Vonovia SE gelegt. Damit erreichen wir eine klare Ausrichtung des Vorstandsvergütungssystems auf die Leistung des Vorstands im Sinne eines konsequenten „Pay-for-Performance“-Ansatzes. Ein weiteres zentrales Anliegen war die transparente Darstellung des Vergütungssystems. Das überarbeitete Vergütungssystem hat mit rund 90 % die Billigung einer großen Mehrheit unserer Aktionäre erfahren.
Drittens befassten wir uns mit wesentlichen Themen der Wachstumsstrategie der Vonovia SE. Die für die Vonovia SE relevanten Megatrends, d. h. Urbanisierung, demografischer Wandel, Klimawandel und technologischer Fortschritt, wirken allesamt positiv und unterstützend auf das Geschäft. Gleichwohl hängt die wirtschaftliche Entwicklung stark von volkswirtschaftlichen Parametern wie dem Zins- und Inflationsumfeld ab. In Wechselwirkung mit Veränderungen in der US-Zollpolitik wiesen diese im Jahr 2025 eine hohe Volatilität auf. Trotz dieser Einflüsse entwickelte sich das Kerngeschäft der Vonovia SE über alle Segmente weiter positiv. Alle wesentlichen Leistungsindikatoren entwickelten sich entsprechend den Erwartungen bzw. lagen darüber. Die Kundenzufriedenheit weist stabil hohe Werte auf.
Nach der dreijährigen Konsolidierungsphase setzte die Vonovia SE 2025 wieder auch auf Wachstum. Der Vorstand setzte sich zum Ziel, die Profitabilität der Vonovia SE deutlich auszubauen. Das Wachstum basiert auf einem weiterhin robusten Vermietungsgeschäft und drei Säulen, die gemeinsam dazu beitragen sollen, den Anteil des Non-Rental-Geschäfts im Sinne einer Diversifizierung zu steigern: nachhaltige Stärkung der Non-Rental-Geschäfte in den Bereichen Development, Handwerk (VTS) und Verkauf (Recurring Sales), beschleunigte energetische Sanierung des Gebäudebestands durch Investitionen in serielle Sanierung und innovative Heizungskonzepte sowie neue Geschäftsmodelle, die eine Öffnung der Vonovia SE für Geschäftskunden im Drittmarkt ermöglichen sollen. Der Aufsichtsrat unterstützte und beriet den Vorstand strategisch dabei.
Im Januar 2025 traf ich mich als Aufsichtsratsvorsitzende mit institutionellen Investoren und Stimmrechtsberatern, um mit ihnen über aktuelle Governance-Themen des Aufsichtsrats zu sprechen. Im Mittelpunkt dieser Gespräche stand die Arbeit des Aufsichtsrats im Berichtsjahr, die Zusammensetzung, das Kompetenzprofil und die Nachfolgeplanungen des Aufsichtsrats, die Überarbeitung des Vergütungssystems für den Vorstand sowie ein Rückblick auf die Hauptversammlung 2024 und ein Ausblick auf 2025. Im Januar 2026 fand erneut eine Governance-Roadshow statt. Sowohl die Investoren als auch die Stimmrechtsberater betonten in den Gesprächen, dass das Vergütungssystem, die gestufte Besetzung des Aufsichtsrats sowie das Kompetenzprofil positiv bewertet werden. Der Schwerpunkt der Gespräche lag weiterhin auf dem Amtsantritt des neuen CEO, der Nachfolgeplanung im Aufsichtsrat, der Entwicklung zentraler Finanzkennzahlen, der Portfoliostruktur sowie dem Ausblick auf die Hauptversammlung 2026. Als Aufsichtsratsvorsitzende berichtete ich in den Sitzungen des Aufsichtsrats und des Governance- und Nominierungsausschusses über meine Dialoge mit den Investoren.
Weiterhin fand am 24. Januar 2025 eine außerordentliche Hauptversammlung der Vonovia SE statt, im Rahmen derer dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der Vonovia SE und der Deutsche Wohnen SE vom 15. Dezember 2024 zugestimmt wurde. Der Vertragskonzern vereinfacht die Entscheidungswege, erleichtert die strategische Steuerung und schließt die erfolgreiche Integration der Deutsche Wohnen SE in den Gesamtkonzern ab.
Gemäß unseren Aufgaben haben wir die Geschäftsführung des Vorstands im Geschäftsjahr 2025 kontinuierlich überwacht und den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns zu jeder Zeit von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugen. Dazu unterrichtete uns der Vorstand in den Sitzungen ausführlich, zeitnah und entsprechend den gesetzlichen Vorgaben.
Im Plenum wie auch in unseren Ausschüssen setzten wir uns eingehend mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands auseinander. Wir haben alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte ausführlich erörtert und auf Plausibilität überprüft. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen haben wir unsere Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz oder Statuten erforderlich war. Die für die Ausübung unserer Tätigkeit erforderlichen Unterlagen stellte uns der Vorstand stets rechtzeitig und mit ausreichend Zeit zur Vorbereitung zur Verfügung.
Auch außerhalb der Sitzungen haben wir die geschäftliche Entwicklung des Unternehmens aufmerksam verfolgt. Im Rahmen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit informierte uns der Vorstand regelmäßig über wichtige Ereignisse und diskutierte mit uns die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Als Aufsichtsratsvorsitzende stand ich insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden, aber auch mit den anderen Vorstandsmitgliedern, in einem regelmäßigen und engen Austausch.
Die Arbeitnehmervertretungen wurden durch den Vorstand in die Kommunikation wesentlicher Unternehmenssachverhalte eingebunden. Über unternehmensrelevante Themen aus den Gesprächen zwischen dem Vorstand sowie den Vertreterinnen und Vertretern der Betriebsräte des Konzerns informierte mich der Vorstandsvorsitzende in der gebotenen Tiefe. Darüber hinaus haben sich sowohl Dr. Ariane Reinhart als Vorsitzende des Personalausschusses als auch ich, als Aufsichtsratsvorsitzende, im Berichtsjahr mit Arbeitnehmervertretern getroffen und ausgetauscht. Wichtige Erkenntnisse wurden von mir bzw. uns an die übrigen Aufsichtsratsmitglieder zeitnah weitergegeben und besprochen.
Teilnahme der Aufsichtsratsmitglieder an den Sitzungen im Jahr 2025
Von insgesamt 36 Sitzungen des Aufsichtsrats (Plenum sowie Ausschüsse) im Berichtsjahr fanden 13 Sitzungen als Präsenzsitzung, eine Sitzung hybrid und 22 Sitzungen als Videokonferenz statt. Das virtuelle Format wurde insbesondere bei kurzfristig einberufenen Sitzungen gewählt. Die Teilnahmequote an den Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen lag bei 98 %. Die Abwesenheit einzelner Mitglieder war stets entschuldigt.
Im Einzelnen waren die Aufsichtsratsmitglieder in den Sitzungen persönlich bzw. über eine virtuelle Teilnahme wie folgt anwesend:
Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse im Geschäftsjahr 2025
Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse im Geschäftsjahr 2025 | ||||||||||||
Mitglied | Aufsichtsrat | Governance- und Nominierungs- ausschuss | Prüfungs-, Risiko- und Com- pliance- ausschuss | Strategie-, Finanz- und Nach- haltigkeits- ausschuss | Personal- und Vergütungs- ausschuss | Teilnahme- | ||||||
Clara-Christina Streit | 7/7 | 6/6 | – | 11/11 | 6/6 | 100 | ||||||
Mag. Vitus Eckert | 7/7 | 6/6 | 6/6 | – | – | 100 | ||||||
Birgit M. Bohle | 7/7 | – | – | 11/11 | – | 100 | ||||||
Jürgen Fenk | 7/7 | – | – | 11/11 | 6/6 | 100 | ||||||
Dr. Florian Funck | 7/7 | – | 6/6 | – | 6/6 | 100 | ||||||
Dr. Daniela Gerd tom Markotten | 7/7 | – | – | 9/11 | – | 89 | ||||||
Matthias Hünlein | 7/7 | – | 6/6 | – | – | 100 | ||||||
Dr. Ariane Reinhart | 6/7 | 6/6 | – | – | 6/6 | 95 | ||||||
Michael Rüdiger* | 3/3 | – | 3/3 | – | – | 100 | ||||||
Dr. Marcus Schenck* | 3/3 | – | – | 6/6 | – | 100 | ||||||
Dr. Ute Geipel-Faber** | 4/4 | – | 3/3 | – | – | 100 | ||||||
Hildegard Müller** | 4/4 | – | – | 5/5 | – | 100 | ||||||
69/70 | 18/18 | 24/24 | 53/55 | 24/24 | 98 | |||||||
- *Aufsichtsratsmitglied ab 28. Mai 2025.
- **Aufsichtsratsmitglied bis 28. Mai 2025.
Die Themen im Aufsichtsratsplenum
Im Geschäftsjahr 2025 trat der Aufsichtsrat siebenmal zu Beratungen und Beschlussfassungen zusammen. Fünfmal trafen wir Entscheidungen im schriftlichen Verfahren.
Regelmäßig aufgegriffene Themen unserer Sitzungen waren die Markt- und Branchenentwicklung, die strategische Ausrichtung des Unternehmens sowie die Geschäftsentwicklung des Unternehmens. Darüber hinaus beschäftigten wir uns mit den Entwicklungen im Kapitalmarktumfeld und Fragen der Finanzierung. Weitere Themen waren die Digitalisierung der Prozesse sowie Governance- und Rechtsthemen.
Im Einzelnen standen in den Sitzungen des Plenums im Berichtszeitraum folgende Themen im Vordergrund:
Am 4. März 2025 beschlossen wir im Umlaufverfahren die Aktualisierung der Entsprechenserklärung der Vonovia SE gem. § 161 AktG.
In unserer ordentlichen Sitzung am 18. März 2025 befassten wir uns in Anwesenheit des Abschlussprüfers ausführlich mit der Abschlussberichterstattung 2024: Nach eingehender Erläuterung der im Prüfungs-, Risiko- und Complianceausschuss zuvor intensiv geprüften Ergebnisse stellten wir den Jahresabschluss 2024 der Vonovia SE und den zusammengefassten Lagebericht fest. Wir billigten den Konzernabschluss 2024 nebst zusammengefasstem Lagebericht sowie den Vergütungsbericht 2024, den wir der Hauptversammlung 2025 zur Billigung vorgelegt haben. Ferner genehmigten wir den Aufsichtsratsbericht und beschlossen über die vom Governance- und Nominierungsausschuss vorbereitete Anpassung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats. Dem Vorschlag zum Gewinnverwendungsbeschluss an die Hauptversammlung sowie zur Dividende stimmten wir zu. Dem Vorschlag zur Beauftragung der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) in Frankfurt am Main zur Durchführung der Prüfungstätigkeiten analog zum Vorjahr erteilten wir unsere Einwilligung. Auf Empfehlung des Governance- und Nominierungsausschusses beschlossen wir, der Hauptversammlung zu empfehlen, Dr. Marcus Schenck bis zum Ablauf der Hauptversammlung 2029 zum Aufsichtsratsmitglied zu bestellen. Die Empfehlung an die Hauptversammlung zur Wahl von Michael Rüdiger als neues Aufsichtsratsmitglied wurde bereits in der Aufsichtsratssitzung am 9. Dezember 2024 beschlossen. Auf Empfehlung des Personal- und Vergütungsausschusses beschlossen wir im Rahmen der variablen Vergütung des Vorstands die Zielerreichung 2024 und legten die Zielwerte auf Basis der im Dezember 2024 festgelegten Zielkategorien für 2025 fest. Ebenso beschlossen wir, der Hauptversammlung das neue Vorstandsvergütungssystem vorzulegen.
Am 7. April 2025 beschlossen wir im Umlaufverfahren die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung der Vonovia SE am 28. Mai 2025 mit den entsprechenden Beschlussvorschlägen. Im Hinblick auf die Durchführung einer Aktiendividende 2025 und die in diesem Rahmen durchzuführende Sachkapitalerhöhung übertrugen wir unsere Zustimmungs- und Beschlussbefugnisse an den Strategie-, Finanz- und Nachhaltigkeitsausschuss.
In der außerordentlichen Sitzung am 6. Mai 2025 fassten wir den Absichtsbeschluss, Luka Mucic zum neuen Vorsitzenden des Vorstands der Vonovia SE zu bestellen. Zugleich billigte unser Gremium den Vorstandsdienstvertrag für Luka Mucic und den Aufhebungs- und Abwicklungsvertrag für Rolf Buch.
In der außerordentlichen Sitzung am 11. Mai 2025 berieten und beschlossen wir über die weitere Diversifikation der Unternehmensfinanzierung der Vonovia SE. Der Strategie-, Finanz- und Nachhaltigkeitsausschuss wurde von uns ermächtigt, sämtliche erforderlichen Entscheidungen im Zusammenhang mit der Emission von Wandelschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von bis zu 1,3 Mrd. € zu beschließen.
In der ordentlichen Sitzung am 27. Mai 2025 wählten wir Michael Rüdiger in den Prüfungs-, Risiko- und Compliance-Ausschuss und Dr. Marcus Schenck in den Strategie-, Finanz- und Nachhaltigkeitsausschuss – beides vorbehaltlich der Zustimmung ihrer Wahl durch die Hauptversammlung. Wir befassten uns mit der Effektivitätsprüfung der Aufsichtsratsarbeit, deren Ergebnisse als insgesamt sehr gut bewertet wurden.
Am 28. Juni 2025 stimmten wir im Umlaufverfahren einer Vergleichsvereinbarung mit den Klägern einer Anfechtungsklage gegen die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft über den Abschluss des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der Deutsche Wohnen SE zu. Zu den wesentlichen Punkten der Einigung zählen für die Vonovia SE Klarstellungen in Bezug auf die Dividendenberechtigung der unter dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag neu auszugebenden Aktien, entsprechende Veröffentlichungen auf der Webseite sowie Regeln für die Terminfestlegung der Hauptversammlungen beider Unternehmen.
Am 8. Juli 2025 genehmigten wir im schriftlichen Verfahren die Refinanzierung einer revolvierenden Kreditlinie in Höhe von 3 Mrd. € mit einer Laufzeit von fünf Jahren sowie zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr.
In der ordentlichen Sitzung am 11. und 12. September 2025 befassten wir uns ausführlich mit der Unternehmensstrategie. Weiterhin nahmen wir vom Vorstandsvorsitzenden Rolf Buch die Niederlegung seines Amtes mit Wirkung zum 31. Dezember 2025 zustimmend zur Kenntnis. Im Anschluss beschlossen wir die Bestellung von Luka Mucic als Vorstandsvorsitzenden der Vonovia SE mit Wirkung zum 1. Januar 2026. Wir einigten uns zudem auf ein vorangeschaltetes Onboarding für Luka Mucic auf der Grundlage eines befristeten Arbeitsvertrags im Dezember 2025. Weitere Themen der Sitzung bezogen sich auf Governance-Themen. So beschlossen wir die Neufassungen der Geschäftsordnung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie deren Veröffentlichung auf der Webseite. Weiterhin beschäftigten wir uns mit der anstehenden Effektivitätsprüfung des Aufsichtsrats für das Jahr 2025 und entschieden uns für die Beauftragung eines externen Beraters für deren Durchführung.
Am 28. Oktober 2025 genehmigten wir als Aufsichtsrat im schriftlichen Verfahren die Emission einer Anleihe in Höhe von 2,0 bis 2,5 Mrd. € und einer Laufzeit von bis zu 20 Jahren, die mögliche Ausgestaltung in ein ESG-Format sowie die teilweise Verwendung der Erlöse zur vorzeitigen Rückführung von Schulden („Liability Management“).
In einer außerordentlichen Sitzung am 8. Dezember 2025 beschlossen wir die Wiederbestellung von Ruth Werhahn (CHRO) für eine weitere Amtszeit von drei Jahren mit Beginn zum 1. Oktober 2026. Wir billigten die Vereinbarungen mit dem zum 31. Mai 2026 aus dem Vorstand ausscheidenden Daniel Riedl (Chief Development Officer – CDO). Darüber hinaus bestellten wir Katja Wünschel zum 1. April 2026 für die Dauer von drei Jahren zum Mitglied des Vorstands. Sie übernimmt zum 1. Juni 2026 das CDO-Ressort.
In der ordentlichen Sitzung am 10. und 11. Dezember 2025 genehmigten wir das Budget der Vonovia SE für das Jahr 2026 und nahmen die Mittelfristplanung des Vorstands zur Kenntnis. Als Aufsichtsratsvorsitzende informierte ich über die neuen Mandate von Rolf Buch, welche zuvor im Governance- und Nominierungsausschuss einstimmig genehmigt wurden. Darüber hinaus befassten wir uns – unter Einbindung externer Berater – mit der variablen Vergütung des Vorstands und bestätigten, auf der Grundlage der Empfehlung des Personal- und Vergütungsausschusses, die Leistungskriterien sowohl für den Short-Term Incentive 2026 als auch für den Long-Term Incentive 2026-2029. Weiterhin beschlossen wir, für das Jahr 2026 keinen Strategiefaktor für den Short-Term Incentive 2026 festzulegen. Wir beschäftigten uns weiterhin mit der turnusgemäßen Überprüfung der Vergütung des Aufsichtsrats und besprachen die Ergebnisse der Effektivitätsprüfung. Zudem erörterten und beschlossen wir die Ergebnisse der Selbsteinschätzung des Aufsichtsrats (Suitability Assessment einschließlich Qualifikationsmatrix) und verabschiedeten das Weiterbildungsprogramm für das Gremium für das Jahr 2026 (siehe weiter unten: Weiterbildung im Aufsichtsrat).
Die Arbeit in den Ausschüssen
Zur effektiven Wahrnehmung unserer Aufgaben haben wir im Aufsichtsrat Ausschüsse gebildet. Die Ausschüsse bereiten Themen vor, die in unserem Gremium beraten bzw. beschlossen werden. Darüber hinaus fassen sie Beschlüsse, die wir aus dem Gesamtgremium an sie delegiert haben.
Die personelle Zusammensetzung und die Aufgaben der Ausschüsse für 2025 finden sich im Abschnitt „Corporate Governance“ im Teil „Unternehmen und Aktie“. Insbesondere wurden folgende Themen in den Ausschusssitzungen bearbeitet:
Prüfungs-, Risiko- und Complianceausschuss
Der Prüfungs-, Risiko- und Complianceausschuss (auch „Prüfungsausschuss“) bestand im Berichtsjahr aus vier Mitgliedern. Der Vorsitz wurde von Dr. Florian Funck geführt. Die weiteren Mitglieder waren Vitus Eckert, Dr. Ute Geipel-Faber (bis zum 28. Mai 2025), Matthias Hünlein und Michael Rüdiger (ab dem 28. Mai 2025). Clara-Christina Streit nahm an den Sitzungen als ständiger Gast teil.
Im Berichtsjahr fanden fünf ordentliche Sitzungen in Anwesenheit des Abschlussprüfers sowie eine außerordentliche Sitzung statt. Auch im Vorfeld der Sitzungen standen der Ausschuss, vertreten durch den Vorsitzenden, und der Abschlussprüfer in einem regelmäßigen Dialog; der Vorsitzende berichtete hierüber dem Ausschuss. Themenbezogen nahmen regelmäßig entweder Teile des Vorstands oder aber der Gesamtvorstand an den Sitzungen teil. Bei allen Sitzungen tagten die Ausschussmitglieder zudem unter sich.
Der Prüfungs-, Risiko- und Compliance-Ausschuss befasste sich im Berichtsjahr insbesondere mit folgenden Themen:
Rechnungslegung und Abschlussprüfung:
- Rechnungslegung: Prüfung, Erörterung und Beschlussfassung zur Kenntnisnahme des Jahresabschlusses und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2024 einschließlich des zusammengefassten Lageberichts und der Nachhaltigkeitserklärung, des Vergütungsberichts sowie der verkürzten Konzernzwischenabschlüsse zum 31. März, 30. Juni und 30. September 2025 einschließlich der jeweiligen Zwischenmitteilungen in Anwesenheit des Wirtschaftsprüfers und des Vorstands; Vorbereitung der Beschlussfassungen an den Aufsichtsrat zur Feststellung und Billigung der Abschlüsse sowie zur Gewinnverwendung.
- Vorbereitung der Beschlussfassung des Vorschlags an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers und des Prüfers für die Nachhaltigkeitsberichterstattung; Beauftragung der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) in Frankfurt am Main für die Prüfung des Einzel- und Konzernabschlusses, der Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie der prüferischen Durchsicht von Zwischenfinanzberichten für das Geschäftsjahr 2025 und das 1. Quartal 2026.
- Festlegung und Billigung des Prüfungsbudgets 2025; Diskussion zum Prüfungsvorgehen, Erörterung der Prüfungsschwerpunkte und Qualitätssicherung der Abschlussprüfung.
Interne Kontrollsysteme, Risikomanagement und Compliance:
- Risikomanagement: Regelmäßige Berichte zum Risikomanagement, einschließlich Risikotragfähigkeitsanalyse.
- Compliance: Befassung mit Compliance-Themen, einschließlich Compliance-Berichten und Jahresbericht-Compliance.
- Revision und IKS: Regelmäßige Berichterstattung zur Internen Revision inklusive Erörterung und Weiterentwicklung des Internen Kontrollsystems (IKS) und der Internen Revision; Beschlussfassung zur Genehmigung des Jahresprüfungsplans der Revision für das Folgejahr.
Steuerliche und rechtliche Themen:
- Steuern: Bericht zur steuerlichen Lage des Unternehmens und Erörterung weiterer Steuerthemen.
- Recht: Befassung mit wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren des Unternehmens.
Weitere Themen:
- Befassung mit der Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und deren Auswirkungen auf das Unternehmen.
- Befassung mit Cyber Security und Informationssicherheit.
- Befassung mit den International Financial Reporting Standards 18 (IFRS 18).
- Befassung mit externem Berichtswesen, insbesondere mit Reportingstrukturen.
- Befassung mit der QUARTERBACK Immobilien-Gruppe und Development Controlling.
Strategie-, Finanz- und Nachhaltigkeitsausschuss
Der Strategie-, Finanz- und Nachhaltigkeitsausschuss bestand im Geschäftsjahr 2025 aus fünf Mitgliedern. Den Vorsitz hatte Jürgen Fenk inne. Die weiteren Mitglieder waren Birgit M. Bohle, Dr. Daniela Gerd tom Markotten, Hildegard Müller (bis zum 28. Mai 2025), Dr. Marcus Schenck (ab dem 28. Mai 2025) sowie Clara-Christina Streit.
Im Berichtsjahr fanden vier ordentliche sowie sieben außerordentliche Sitzungen statt. Der Ausschuss tagte themenbezogen entweder unter sich, mit Teilen des Vorstands oder dem Gesamtvorstand. Der Strategie-, Finanz- und Nachhaltigkeitsausschuss befasste sich im Berichtsjahr insbesondere mit folgenden Themen:
Finanzierungsthemen und Kapitalmaßnahmen:
- Beratung und Entscheidungen im Zusammenhang mit der Emission von Wandelschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von bis zu 1,3 Mrd. €.
- Beratung und Beschlussfassung zur Aktiendividende 2025, einschließlich Grundsatz- und Konkretisierungsbeschluss zur teilweisen Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2022 zur Ausgabe neuer Aktien im Rahmen der Aktiendividende.
- Erneuerung und Anpassung der Revolving Credit Facility und entsprechende Vorbereitung des Beschlusses des Plenums.
- Beratung und Beschlussfassung zur Vorlage an den Aufsichtsrat hinsichtlich der Emission einer EUR-Anleihe von 2,0 – 2,5 Mrd. € mit einer Laufzeit von bis zu 20 Jahren, einschließlich möglicher Ausgestaltung als ESG-Anleihe und Verwendung eines Teils der Erlöse zur vorzeitigen Rückführung von Schulden („Liability Management“). Diskussion der möglichen Ausgestaltung von Anleiheemissionen im ESG-Format.
Budget und strategische Planung:
- Befassung mit der Unternehmensstrategie gemeinsam mit dem Vorstand und Vorbereitung der Strategiesitzung des Aufsichtsrats.
- Beratung und Erörterung des Budgets 2026 sowie der Mittelfristplanung gemeinsam mit dem Vorstand und Vorbereitung der Budgetsitzung des Aufsichtsrats.
Governance- und Nominierungsausschuss
Der Governance- und Nominierungsausschuss bestand im vergangenen Geschäftsjahr aus drei Mitgliedern. Den Vorsitz führte Clara-Christina Streit in ihrer Funktion als Aufsichtsratsvorsitzende. Die weiteren Mitglieder waren Vitus Eckert und Dr. Ariane Reinhart.
Im Berichtsjahr fanden drei ordentliche Sitzungen, drei außerordentliche Sitzungen sowie zwei Workshops des Governance- und Nominierungsausschusses statt. Der Governance- und Nominierungsausschuss beschloss darüber hinaus zweimal im Umlaufverfahren. Der Ausschuss tagte regelmäßig unter sich.
Der Governance- und Nominierungsausschuss befasste sich im Berichtsjahr insbesondere mit folgenden Themen:
Nachfolgeplanung:
- Vorbereitung der Entscheidung und Beschlussfassung zur Empfehlung an den Aufsichtsrat hinsichtlich der Nachfolge im Vorstandsvorsitz und der Nachfolge im Ressort des Chief Development Officer sowie der Wiederbestellung im Ressort des Chief Human Resources Officer unter Einbindung externer Personalberater zur Kandidatensuche.
- Vorbereitung und Beschlussfassung zur Empfehlung zur Wahl von Anteilseignervertretern durch die Hauptversammlung. Der Ausschuss beschloss, dem Aufsichtsrat zu empfehlen, der Hauptversammlung vorzuschlagen, Dr. Marcus Schenck als neues Aufsichtsratsmitglied zu wählen. Die Vorbereitung und Beschlussfassung zur Empfehlung zur Wahl von Michael Rüdiger als neues Aufsichtsratsmitglied erfolgte bereits in der Aufsichtsratssitzung am 9. Dezember 2024. Jeweils waren externe Personalberater in die Auswahlprozesse eingebunden.
- Erörterung der strategischen, mittelfristigen Nachfolgeplanung im Aufsichtsrat unter Einbeziehung von externen Personalberatern.
- Erörterung und Durchführung von Workshops zur strategischen Nachfolgeplanung im Vorstand und im Aufsichtsrat.
Governance:
- Vorbereitung der Entscheidung und Beschlussfassung zur Empfehlung an den Aufsichtsrat zur Genehmigung des Berichts des Aufsichtsrats im Geschäftsbericht 2024.
- Vorbereitung der Entscheidung und Beschlussfassung zur Empfehlung an den Aufsichtsrat hinsichtlich der Anpassung der Geschäftsordnung des Vorstands und des Aufsichtsrats.
- Vorbereitung der Durchführung und Überprüfung des Suitability Assessments inklusive Kompetenzprofil für den Aufsichtsrat.
- Vorbereitung der Entscheidung und Beschlussfassung zur Empfehlung an den Aufsichtsrat zur Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und zur Entsprechenserklärung nach § 161 AktG.
- Vorbereitung der Entscheidung und Beschlussfassung zur Empfehlung an den Aufsichtsrat zur Beauftragung eines Beraters zur Begleitung der Durchführung der Effektivitätsprüfung.
- Vorbereitung der Durchführung und Auswertung der jährlichen Effektivitätsprüfung des Aufsichtsrats sowie Ableitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Gremienarbeit.
- Beratung und Beschlussfassung zur Empfehlung an den Aufsichtsrat hinsichtlich des Weiterbildungsprogramms des Aufsichtsrats für 2026.
- Turnusgemäße Überprüfung der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder gemäß § 113 Abs. 3 AktG sowie Vorbereitung des Beschlusses des Aufsichtsrats zur Anpassung der Aufsichtsratsvergütung zur Vorlage an die Hauptversammlung am 21. Mai 2026.
- Vorbereitung des Beschlusses des Aufsichtsrats zur Einführung einer Aktienkaufverpflichtung für Aufsichtsratsmitglieder.
- Information über die Governance-Roadshow der Aufsichtsratsvorsitzenden und Befassung mit aktuellen Governance-Themen.
- Beratung und Beschlussfassung zur Übernahme externer Mandate durch Rolf Buch.
Personal- und Vergütungsausschuss
Der Personal- und Vergütungsausschuss setzte sich im vergangenen Jahr aus vier Mitgliedern zusammen. Den Vorsitz hatte Dr. Ariane Reinhart inne. Die weiteren Mitglieder waren Jürgen Fenk, Dr. Florian Funck und Clara-Christina Streit.
Im Berichtsjahr fanden vier ordentliche Sitzungen sowie zwei außerordentliche Sitzungen statt. Der Ausschuss tagte regelmäßig unter sich und themenbezogen mit Teilen des Vorstands. Bei vergütungsrelevanten Themen waren jeweils Vergütungsberater eingebunden. Der Personal- und Vergütungsausschuss befasste sich im Berichtsjahr insbesondere mit folgenden Themen:
Vorstandsvergütung:
- Erstellung und Beschlussfassung zur Empfehlung an den Aufsichtsrat und die Hauptversammlung zur Billigung des Vergütungsberichts 2024.
- Ermittlung der variablen Vorstandsvergütung 2024 und Beschlussfassung zur Empfehlung an den Aufsichtsrat.
- Beratung zu Leistungskriterien und Zielwerten für die variable Vergütung des Vorstands 2025 und Beschlussfassung zur Empfehlung an den Aufsichtsrat.
- Überarbeitung der Planbedingungen und Vorbereitung der entsprechenden Beschlussfassung des Aufsichtsrats.
- Überarbeitung des Vorstandsvergütungssystems und Beschlussfassung zur Vorbereitung der turnusgemäßen Vorlage zur Billigung durch die Hauptversammlung 2025.
- Überprüfung der Angemessenheit der Vorstandsvergütung und Beschlussfassung zur Empfehlung an den Aufsichtsrat zur Anpassung der Vergütung der ordentlichen Vorstandsmitglieder sowie des Vorstandsvorsitzenden rückwirkend zum 1. Januar 2025.
- Befassung mit den Leistungskriterien für den Short-Term Incentive 2026 und den Long-Term Incentive 2026-2029, Erörterung zum Strategiefaktor im Zusammenhang mit dem Short-Term Incentive für das Geschäftsjahr 2026 und entsprechende Beschlussfassungen zur Empfehlung an den Aufsichtsrat.
Personalangelegenheiten:
- Befassung mit der Personalstrategie, insbesondere zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden.
- Befassung mit der Talentidentifikation und Nachfolgeplanung für den Vorstand und die nachfolgenden Managementebenen.
Onboarding
Neu in den Aufsichtsrat aufgenommene Mitglieder werden im Rahmen eines strukturierten Onboarding-Prozesses umfassend in ihre Aufgaben eingeführt: Der Onboarding-Prozess umfasst die Bereitstellung von Informationsmaterialien sowie unternehmensbezogene Unterlagen, u. a. Geschäftsberichte, Analystenpräsentationen, detaillierte Übersichten zu den Gremiensitzungen, die Satzung, das Organigramm und bevorstehende Gremientermine sowie Informationen zu rechtlichen Themen, insbesondere die Pflichten im Zusammenhang mit dem Aufsichtsratsmandat. Das Onboarding umfasst ebenso das Kennenlernen der regionalen Strukturen des Unternehmens, Informationen zu den verschiedenen Beständen der Vonovia SE sowie ein Onboarding zum Risikomanagement. Zudem führt jedes Vorstandsmitglied ein individuelles Gespräch mit den neuen Aufsichtsratsmitgliedern.
Weiterbildung im Aufsichtsrat
Entsprechend der Empfehlung D.11 DCGK unterstützt die Vonovia SE den Aufsichtsrat mit mehreren Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Im Berichtsjahr 2025 fanden für die Mitglieder des Aufsichtsrats insgesamt sechs Weiterbildungsmaßnahmen zu folgenden Themen statt: Nachhaltigkeitsberichterstattung, Regulierung und Taxonomie; Kapitalmarkt- und Branchenperspektive (insgesamt zwei Veranstaltungen); Deep Dive über das Zusammenspiel der politischen Ebenen; energetische Sanierung sowie Digitalisierung, Daten, KI und Cyber Security. Weiterhin fanden für den Governance- und Nominierungsausschuss zwei Workshops zu den Themen Nachfolgeplanung im Vorstand und Nachfolgeplanung im Aufsichtsrat statt. Die Weiterbildungen wurden durch interne und externe Experten durchgeführt. Die Kosten wurden vollständig von der Vonovia SE übernommen.
Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats (Effektivitätsprüfung)
Die Vonovia SE versteht es als wichtigen Bestandteil guter Corporate Governance, die Effektivität der Aufsichtsratsarbeit gemäß Empfehlung D.12 DCGK regelmäßig zu überprüfen. Die Effektivitätsprüfung wird jährlich durch ein erfahrenes und zertifiziertes externes Beratungsunternehmen begleitet. Sie wurde im 4. Quartal in Form einer Selbstevaluation mithilfe eines digitalen Fragebogens durchgeführt und umfasste die Themen Kompetenzen und Zusammensetzung des Aufsichtsrats, strategische Ausrichtung des Gremiums, Rollenverteilung und Verantwortlichkeiten, Struktur und Organisation der Gremienarbeit, Konfliktlösungsfähigkeit sowie die Evaluation der Aufsichtsratsarbeit.
Die Ergebnisse der diesjährigen Effektivitätsprüfung zeigen, dass das Gremium sowohl in der Gesamt- als auch in der Ausschussarbeit effektiv arbeitet. Es konnte eine weitere Verbesserung gegenüber den Vorjahren in nahezu allen Bereichen erzielt werden. Die Bewertungsergebnisse lagen in allen Kategorien über den relevanten Benchmarks und insgesamt in den obersten 5 % der relevanten Vergleichsgruppen.
Die identifizierten Verbesserungspotenziale wurden im Aufsichtsrat erörtert und beziehen sich insbesondere auf eine weitergehende zeitliche Ausgestaltung der Integration neu bestellter Aufsichtsratsmitglieder sowie auf den noch gezielteren Einsatz der individuellen Kompetenzen der Aufsichtsratsmitglieder zur Unterstützung des Vorstands. Schritte zu deren Umsetzung wurden eingeleitet.
Corporate Governance
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Vonovia SE verpflichten sich den Prinzipien guter Corporate Governance. Dazu beschäftigte sich der Aufsichtsrat auch im Berichtsjahr mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex und beschloss am 4. März 2025 die Abgabe der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG, die auch der Vorstand am 27. Februar 2025 in gleicher Fassung verabschiedete. In unmittelbarem Zusammenhang damit berichteten die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats in der Erklärung zur Unternehmensführung auch über die Corporate Governance bei der Vonovia SE. Beide Erklärungen werden vom Unternehmen auf der Webseite der Gesellschaft dauerhaft zur Einsicht eingestellt.
Im Rahmen von regelmäßig erfolgenden Governance-Roadshows steht die Aufsichtsratsvorsitzende im Dialog mit institutionellen Investoren zu Governance-Themen. Sowohl im Berichtsjahr als auch im Jahr 2026 fand diese im Januar statt. Im Dialog konnten Anregungen aus Investorensicht aufgenommen und umgesetzt werden.
Der Aufsichtsrat achtet unter Einbindung des Governance- und Nominierungsausschusses darauf, dass seine Mitglieder über die für die Wahrnehmung ihres Mandats erforderliche zeitliche Kapazität verfügen und führt hierzu jährlich ein Suitability Assessment durch. Unter Würdigung der jeweiligen beruflichen Verpflichtungen sowie der Gesamtmandatsstruktur jedes einzelnen Mitglieds ist der Aufsichtsrat überzeugt, dass sämtliche Mitglieder über die zur ordnungsgemäßen und engagierten Wahrnehmung ihres Mandats erforderlichen zeitlichen Ressourcen verfügen. Dies zeigt sich in der regelmäßigen Teilnahme an Sitzungen, der Vorbereitung der Tagesordnungspunkte sowie der Wahrnehmung der Ausschussarbeit. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats, die auch die Sicht des Governance- und Nominierungsausschusses einbezieht, bestanden keine Anhaltspunkte dafür, dass einzelne Mitglieder aufgrund sonstiger Verpflichtungen in der Ausübung ihres Mandats eingeschränkt sind. Der Aufsichtsrat und der Governance- und Nominierungsausschuss werden die zeitliche Verfügbarkeit seiner Mitglieder auch künftig regelmäßig überprüfen und bei Bedarf im Rahmen der Gremienbesetzung berücksichtigen.
Jahres- und Konzernabschlussprüfung
Die von der Hauptversammlung am 28. Mai 2025 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2025 gewählte PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Vonovia SE zum 31. Dezember 2025 sowie den zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2025 geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung, die in einem separaten Abschnitt im zusammengefassten Lagebericht enthalten ist, wurde einer gesonderten betriebswirtschaftlichen Prüfung nach ISAE 3000 mit begrenzter Sicherheit durch die Pricewaterhouse-Coopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, unterzogen. Bestandteil der Jahresabschlussprüfung war gemäß § 317 Abs. 4 HGB auch die Prüfung des Risikofrüherkennungssystems der Vonovia SE.
Der Abschlussprüfer hatte gegenüber dem Vorsitzenden des Prüfungs-, Risiko- und Complianceausschusses seine Unabhängigkeit bestätigt und erklärt, dass keine Umstände vorlagen, die Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsauftrag war an die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses aufgrund des Beschlusses des Ausschusses und der Wahl des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung erteilt worden.
Der Jahresabschluss wurde vom Vorstand nach den deutschen handelsrechtlichen und aktienrechtlichen Vorschriften einschließlich der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung aufgestellt. Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, sowie nach den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften.
Für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss hat die Vonovia SE einen zusammengefassten Lagebericht nach den Vorgaben der §§ 315, 298 Abs. 2 HGB aufgestellt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats haben den Jahresabschluss, den Konzernabschluss nebst zusammengefasstem Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers rechtzeitig erhalten. Auf Basis der Vorbefassung und Prüfung durch den Prüfungs-, Risiko- und Complianceausschuss, über die der Vorsitzende des Prüfungs-, Risiko- und Complianceausschusses dem Aufsichtsrat Bericht erstattet hat, hat sich der Aufsichtsrat eingehend mit dem Jahresabschluss, dem Konzernabschluss, dem zusammengefassten Lagebericht der Vonovia SE für das Geschäftsjahr 2025 und mit dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns befasst. In Bezug auf die zu veröffentlichende nichtfinanzielle Erklärung hat der Aufsichtsrat seine Prüfpflicht wahrgenommen.
Der Abschlussprüfer erläuterte sowohl in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 9. März 2026 und am 18. März 2026 als auch in der Sitzung des Aufsichtsrats am 18. März 2026 die Ergebnisse seiner Prüfung einschließlich der Prüfungsschwerpunkte und der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte, der sogenannten Key Audit Matters. Die Prüfungsschwerpunkte sowie die im Bestätigungsvermerk dargelegten Key Audit Matters wurden vom Abschlussprüfer im Rahmen seiner Unabhängigkeit im zweiten Halbjahr 2025 festgelegt und sind mit dem Prüfungsausschuss bereits im Vorfeld einvernehmlich erörtert worden.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte waren im Geschäftsjahr 2025 mit Blick auf den Konzernabschluss die Bewertung der Investment Properties, die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte und die Bewertung der in Entwicklung und in Bau befindlichen Immobilien. Als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt für den Einzelabschluss stellte sich die Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen dar.
Unsere Fragen wurden vom Abschlussprüfer ausführlich beantwortet. Nach eingehender Prüfung sämtlicher Vorlagen ergaben sich für uns keine Einwendungen. Dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers stimmten wir deshalb zu. Am 18. März 2026 billigten wir entsprechend dem Vorschlag des Prüfungsausschusses den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Vonovia SE nebst zusammengefasstem Lagebericht. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt.
Vergütungsbericht
Vorstand und Aufsichtsrat haben einen Bericht über die im Geschäftsjahr 2025 den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats gewährte und geschuldete Vergütung erstellt. Der Vergütungsbericht wurde durch den Abschlussprüfer auf die gesetzlich erforderlichen Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG geprüft. Über die gesetzlichen Anforderungen hinaus erfolgte durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, auch eine inhaltliche Prüfung. Der Vergütungsbericht mit dem Prüfungsvermerk von PwC wurde auf der Webseite der Gesellschaft veröffentlicht.
Dividende
Der Aufsichtsrat hat den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft. Dabei wurden insbesondere die Liquidität der Gesellschaft bzw. der Gruppe, die steuerlichen Aspekte sowie die Finanz- und die Investitionsplanung berücksichtigt. Wir schließen uns nach der Prüfung dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands an, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2025 eine Dividende in Höhe von 1,25 € je Aktie bzw. auf die Aktien des Grundkapitals zum 31. Dezember 2025 insgesamt 1.060.270.481,25 € an die Aktionäre auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen oder für weitere Dividenden auf zum Zeitpunkt der Hauptversammlung dividendenberechtigte Aktien zu verwenden, die über die Aktienzahl zum 31. Dezember 2025 hinausgehen.
Personalia
Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2025 aus zehn Mitgliedern. Dabei ergaben sich im Jahresverlauf folgende personelle Änderungen:
Am 28. Mai 2025 wurden Michael Rüdiger und Dr. Marcus Schenck, zunächst bis zum Ablauf der Hauptversammlung 2029, neu in unser Gremium gewählt. Wir heißen die neuen Aufsichtsratsmitglieder herzlich willkommen.
Die Mandate von Dr. Ute Geipel-Faber und Hildegard Müller endeten turnusgemäß mit Ablauf der Hauptversammlung am 28. Mai 2025. Wir danken Dr. Ute Geipel-Faber und Hildegard Müller für ihr langjähriges Engagement sowie für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.
Der Vorstand bestand im Geschäftsjahr 2025 aus fünf Mitgliedern. Hier gab es im Jahresverlauf folgende Änderungen bzw. Entscheidungen:
Rolf Buch legte sein Amt als Vorstandsvorsitzender und Vorstandsmitglied in vollem gegenseitigen Einvernehmen mit Wirkung zum Ablauf des 31. Dezember 2025 nieder. Im Namen des Aufsichtsrats danke ich Rolf Buch für seine außerordentlichen Verdienste für die Vonovia SE. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2013 hat Rolf Buch das Unternehmen zu einem hochleistungsfähigen Dienstleistungsunternehmen weiterentwickelt und durch stetiges Portfoliowachstum an die Spitze der europäischen Wohnungsunternehmen geführt.
Mit Wirkung zum 1. Januar 2026 bestellte der Aufsichtsrat Luka Mucic für einen Zeitraum von drei Jahren in den Vorstand. Er übernahm mit Jahresbeginn den Vorstandsvorsitz und die Aufgaben von Rolf Buch. Der Aufsichtsrat wünscht ihm für seine zukünftige Tätigkeit viel Erfolg. Wir werden ihn im Rahmen unseres Mandats konstruktiv unterstützen.
Mit Wirkung zum 1. April 2026 berief der Aufsichtsrat Katja Wünschel in den Vorstand. Sie übernimmt ab dem 1. Juni 2026 das CDO-Ressort von Daniel Riedl. Daniel Riedl scheidet zum Ablauf des 31. Mai 2026 in vollem gegenseitigen Einvernehmen aus dem Vorstand aus. Wir danken Daniel Riedl bereits an dieser Stelle für den erfolgreichen Auf- und Ausbau des Developmentgeschäfts in den vergangenen Jahren. Katja Wünschel wünschen wir viel Erfolg bei der Fortsetzung dieser Aufgaben.
Gleichzeitig beschlossen wir die Wiederbestellung von Ruth Werhahn als Chief Human Resources Officer. Ruth Werhahn wird ihre Aufgaben als CHRO mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 für weitere drei Jahre fortsetzen. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit ihr.
Interessenkonflikt
Interessenkonflikte von Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen sind, traten im Berichtsjahr nicht auf. Beratungs- und Entscheidungsbedarf über Rechtsgeschäfte, insbesondere Kreditgeschäfte mit Organmitgliedern oder ihnen nahestehenden Personen, bestand nicht.
Schlusswort
Im Namen des Aufsichtsrats danke ich dem Vorstand für die erfolgreiche Führung des Unternehmens im vergangenen Jahr. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken wir für ihr besonderes Engagement, mit dem sie für unsere Kunden und Partner da waren. Bei den Arbeitnehmervertretungen bedanken wir uns für die weiterhin konstruktive Zusammenarbeit.
Bochum, den 18. März 2026
Für den Aufsichtsrat
Clara-Christina Streit
