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54 Finanzrisikomanagement

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist Vonovia verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Das konzernübergreifende Finanzrisikomanagement zielt darauf ab, die potenziell negativen Auswirkungen auf die Finanzlage des Konzerns frühzeitig zu identifizieren und mit geeigneten Maßnahmen zu begrenzen. Hinsichtlich Aufbau und Organisation des Finanzrisikomanagements wird auf den Lagebericht (siehe Struktur und Instrumente des Risikomanagements) verwiesen. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen von durch den Vorstand verabschiedeten Konzernrichtlinien, die einer laufenden Überprüfung unterliegen. Im Einzelnen stellen sich die in Verbindung mit Finanzinstrumenten bestehenden Risiken sowie das damit korrespondierende Risikomanagement wie folgt dar:

Marktrisiken

Währungsrisiken

Liquiditätstransfers aus dem deutschen Teilkonzern an schwedische Tochtergesellschaften werden in der Regel durch den Abschluss von Devisentermingeschäften abgesichert. Darüber hinaus sind auch Währungsschwankungen aus Finanzierungsbeziehungen zu erwarten. Aktuell stehen zwei von der Vonovia SE auf schwedische Kronen dotierte Anleihen über jeweils 750,0 Mio. SEK aus. Die Währungsrisiken einer dieser Anleihen mit Laufzeit bis Juni 2026 wurden teilweise durch einen Fremdwährungsswap mit einem Nominalvolumen von 350,0 Mio. SEK reduziert. Eine weitere Anleihe über 500,0 Mio. SEK wurde im September 2024 begeben. Im Juni 2025 wurden zwei Anleihen mit einem Nominalbetrag von jeweils 500 Mio. SEK ausgegeben. Eine dieser Anleihen wird variabel verzinst, das hieraus resultierende Währungs- und Zinsrisiko wurde durch einen Fremdwährungsswap mit gleichen Nominalvolumen komplett abgesichert. Die andere Anleihe wird mit einem festen Kupon verzinst; hier wurde das Währungsrisiko durch einen Fremdwährungsswap mit einem Nominalvolumen von 200 Mio. SEK reduziert. Ausgehend von dem Wechselkurs zum 31. Dezember 2025 ergäbe sich bei einer Veränderung des Fremdwährungsniveaus der schwedischen Krone zum Euro um -5 % ein Währungsgewinn von 7,5 Mio. € respektive bei einer Veränderung von +5 % ein Währungsverlust in Höhe von 6,8 Mio. €. Im Januar 2024 hat die Vonovia SE eine weitere Anleihe über 400,0 Mio. GBP platziert. Weiterhin hat die Vonovia SE im Jahr 2024 zwei Anleihen begeben, die auf Schweizer Franken dotieren. Die Emission im Februar 2024 belief sich über 150,0 Mio. CHF, im August wurde eine weitere Anleihe mit einem Nominalvolumen von 235,0 Mio. CHF platziert. Eine weitere Fremdwährungsanleihe wurde am 1. April 2025 über ein Nominalvolumen von 1,0 Mrd. NOK emittiert. Weiterhin hat die Vonovia SE im September 2025 eine Anleihe über 850,0 Mio. AUD, bestehend aus zwei Tranchen zu 300,0 Mio. AUD und 550,0 Mio. AUD, begeben. Die in den sechs Fällen entstandenen zahlungswirksamen Währungsrisiken wurden durch den Abschluss von Fremdwährungsswaps (Cross Currency Swaps) ausgeschaltet. Vonovia unterliegt ansonsten im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit keinen weiteren wesentlichen Währungsrisiken.

Zinsrisiken

Die zum Fair Value bewerteten Beteiligungen unterliegen insbesondere einem Preisrisiko, welches sich aus der Schwankung von Renditeerwartungen, Marktzinssätzen sowie aus Erwartungen aus der operativen Geschäftsentwicklung der Beteiligungen ergibt. Bei den sonstigen Beteiligungen handelt es sich um langfristige Beteiligungen, die im engen Zusammenhang mit den operativen Geschäftsbereichen von Vonovia stehen. Daher ist von einer kurzfristigen Realisation der Preisschwankungen regelmäßig nicht auszugehen.

Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist Vonovia zahlungswirksamen Zinsänderungsrisiken durch Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung sowie durch Neu- und Anschlussfinanzierungen ausgesetzt. In diesem Zusammenhang findet eine laufende Beobachtung der Zinsmärkte durch den Geschäftsbereich Corporate Finance & Treasury statt. Die Beobachtungen fließen in die Finanzierungsstrategie mit ein.

Im Rahmen der Finanzierungsstrategie werden zur Begrenzung bzw. Steuerung der Zinsrisiken derivative Finanzinstrumente, insbesondere Zinsswaps und -caps, eingesetzt. Nach der von Vonovia verfolgten Strategie ist der Einsatz von Derivaten nur dann erlaubt, wenn ihnen bilanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, vertragliche Ansprüche oder Verpflichtungen und geplante, hochwahrscheinliche Transaktionen zugrunde liegen.

Eine Sensitivitätsanalyse im Hinblick auf die Cashflow Hedges findet sich im Kapitel [G56] Cashflow Hedges und freistehende Sicherungsinstrumente.

Sonstige Risiken

Vonovia ist über die Vonovia Energie Service GmbH und die Vonovia Energie GmbH auch als Energieversorgungsunternehmen tätig. Die zur Beschaffung und im Rahmen des Absatzes verwendeten Verträge stellen grundsätzlich keine Finanzinstrumente nach IFRS 9 aufgrund der Eigenbedarfsausnahme dar. Da die verwendeten Verträge allerdings vergleichbar bewirtschaftet werden, wird dieser Geschäftsbereich im Folgenden zusätzlich dargestellt. Insbesondere aufgrund der gegenwärtig schwankenden Energiebeschaffungskonditionen ergibt sich das Risiko, dass geplante Energiebeschaffungspreise nicht realisiert werden können, wodurch sich mittelbar das Risiko ergibt, dass das Energieabsatzgeschäft defizitär wird. Vonovia sichert sich gegen diese Risiken mit einem breiten Risikosteuerungsinstrumentarium ab, das neben einer strukturierten mehrjährigen Beschaffungsstrategie und einem systematischen Risikomonitoring insbesondere auch die Option unterjähriger Preisanpassungen bietet. Dadurch konnten die Marktpreisrisiken in der gegenwärtigen Lage auf den Energiebeschaffungsmärkten wesentlich reduziert werden.

Für alle wesentlichen Eigenkapitalinstrumente, die als FVOCI eingestuft werden, hätte eine Erhöhung (Minderung) des Anteilkurses jeweils um 5 % zu einer Erhöhung (Minderung) des Eigenkapitals um 12,8 Mio. € (-12,8 Mio. €) geführt (31. Dezember 2024: 11,8 Mio. € (-11,8 Mio. €)). Hinsichtlich der Auswirkung der Veränderung der EK-Instrumente zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis der Berichtsperiode verweisen wir auf die Gesamtergebnisrechnung.

Kreditrisiken

Vonovia ist einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus einer möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert. Zur Risikominimierung werden grundsätzlich Finanztransaktionen nur mit Banken und Partnern getätigt, deren Bonität von einer Rating-Agentur mindestens auf dem Niveau von Vonovia eingeschätzt wird. Diesen Kontrahenten werden Volumenlimits zugewiesen, die vom Vorstand beschlossen wurden. Die Steuerung und Überwachung der Kontrahentenrisiken erfolgt zentral durch den Geschäftsbereich Corporate Finance & Treasury.

Liquiditätsrisiken

Die Konzerngesellschaften von Vonovia sind in nennenswertem Umfang durch Fremdkapital finanziert. Die Finanzierungen sind aufgrund ihres hohen Volumens zum Teil einem erheblichen Refinanzierungs-Risiko ausgesetzt. Insbesondere im Rahmen der sogenannten Finanzkrise sind die Liquiditätsrisiken aus Finanzierungen mit hohen Volumina (Volumenrisiken) im Finanzierungsbereich deutlich geworden. Zur Begrenzung dieser Risiken ist Vonovia in ständigem Kontakt mit vielen verschiedenen Marktteilnehmern, überwacht kontinuierlich alle zur Verfügung stehenden Finanzierungsoptionen am Kapital- und Bankenmarkt und setzt diese zielgerichtet ein. Zusätzlich werden die bestehenden Finanzierungen einer frühzeitigen Überprüfung vor der jeweiligen Endfälligkeit unterzogen, um eine Refinanzierbarkeit sicherzustellen.

Im Rahmen der ausgegebenen Kapitalmarktprodukte sowie bestehender Kreditverträge ist Vonovia zur Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen (Financial Covenants), wie z. B. Verschuldungsgrad, Schuldendienstdeckungsgrad oder dem Anteil des unbelasteten Vermögens, verpflichtet. Sofern im Falle einer Verletzung dieser Finanzkennzahlen sogenannte Heilungsperioden (Cure Periods) nicht eingehalten werden und keine einvernehmliche Lösung mit den Kreditgebern gefunden wird, kann es zu einer Restrukturierung der Finanzierung mit geänderter Kostenstruktur kommen. Sollten alle in der Praxis gängigen Lösungsmöglichkeiten nicht zum Erfolg führen, hätten die Kreditgeber die Möglichkeit, die Finanzierung fällig zu stellen. Die Einhaltung dieser Finanzkennzahlen wird auf Basis aktueller Ist-Zahlen und Planungsrechnungen laufend überprüft.

Vonovia hat zur Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit ein systemgestütztes Cash-Management etabliert. Hiermit werden Zahlungsströme von Vonovia kontinuierlich kontrolliert, optimiert und dem Vorstand regelmäßig über die aktuelle Liquiditätssituation des Konzerns Bericht erstattet. Ergänzt wird das Liquiditätsmanagement durch eine kurzfristige rollierende, monatsgenaue Liquiditätsplanung für das laufende Geschäftsjahr, über die sich der Vorstand ebenfalls zeitnah unterrichten lässt. Um Ausfallrisiken zu minimieren, werden hohe Kassenbestände nach Möglichkeit vermieden. Sollten aufgrund bevorstehender Investitionen oder Refinanzierungen kurzzeitig hohe Rücklagen notwendig sein, werden diese auf verschiedene Instrumente und Bankpartner mit guter Bonität verteilt.

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglichen, nicht diskontierten Zahlungsströme der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente für das Berichtsjahr 2025 ersichtlich. Die ausgewiesenen Tilgungsleistungen der Folgejahre enthalten dabei ausschließlich die vertraglich festgelegten Mindesttilgungen:

Vertragliche, nicht diskontierte Zahlungsströme der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente – Geschäftsjahr

2026

2027

2028 bis 2032

ab 2033

in Mio. €

Buchwert 31.12.2025

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten

gegenüber Kreditinstituten

14.688,7

353,7

1.402,5

322,9

2.180,6

994,8

7.541,0

1.056,2

3.790,1

gegenüber anderen Kreditgebern

27.677,5

510,0

2.660,8

467,0

2.620,8

1.888,9

13.648,5

1.446,3

8.789,0

Zinsabgrenzungen aus sonstigen originären
finanziellen Verbindlichkeiten

264,1

264,1

Verbindlichkeiten aus Leasing

679,5

21,1

40,8

20,1

31,3

90,2

93,5

367,0

514,0

Finanzverbindlichkeiten aus Mieterfinanzierung

145,2

106,3

1,8

9,2

27,9

Derivative finanzielle Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten

Kaufpreisverbindlichkeiten aus gewährten
Andienungsrechten/Ausgleichsansprüchen

343,3

243,9

46,9

52,5

Freistehende Zinsswaps

-24,8

1,1

2,5

4,9

17,3

Cashflow Hedges (Fremdwährungsswaps) FX
in €

8,3

62,2

31,1

61,5

265,3

639,0

122,0

860,8

Cashflow Hedges (Fremdwährungsswaps) €

-70,0

-32,50

-69,5

-321,0

-650,6

-164,7

-860,7

Cashflow Hedges (Zinsswaps)

10,5

8,5

5,7

5,7

-1,0

Zinsabgrenzungen Swaps

-8,3

-8,3

Vertragliche, nicht diskontierte Zahlungsströme der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente – Vorjahr

2025

2026

2027 bis 2031

ab 2032

in Mio. €

Buchwert 31.12.2024

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten

gegenüber Kreditinstituten

14.914,3

314,7

1.724,5

314,3

1.486,1

943,7

8.712,8

693,3

3.177,4

gegenüber anderen Kreditgebern

27.464,6

217,6

3.206,2

418,1

2.574,1

1.516,6

12.593,2

1.226,7

8.966,0

Zinsabgrenzungen aus sonstigen originären
finanziellen Verbindlichkeiten

272,1

272,1

Verbindlichkeiten aus Leasing

675,7

20,3

40,0

19,2

32,1

85,6

102,6

318,6

501,1

Finanzverbindlichkeiten aus Mieterfinanzierung

150,6

110,9

1,9

9,5

28,3

Derivative finanzielle Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten

Kaufpreisverbindlichkeiten aus gewährten
Andienungsrechten/Ausgleichsansprüchen

311,2

33,1

63,2

214,9

Freistehende Zinsswaps

-16,6

14,5

8,6

21,4

10,4

Cashflow Hedges (Fremdwährungsswaps) FX
in €

4,6

38,9

38,2

31,1

171,6

407,2

105,9

465,1

Cashflow Hedges (Fremdwährungsswaps) €

-36,8

-36,2

-30,6

-169,9

-410,8

-132,7

-481,2

Cashflow Hedges (Zinsswaps)

21,0

-1,9

-2,8

-3,4

Zinsabgrenzungen Swaps

-5,4

-5,4

Kreditrahmen

Seit November 2021 bestand ein Vertrag der Vonovia SE mit einem Bankenkonsortium unter Führung der Commerzbank AG über eine syndizierte Kreditlinie mit einem Volumen von 3.000,0 Mio. €. Diese Kreditlinie wurde im Juli 2025 durch eine vergleichbare, ebenfalls unter Führung der Commerzbank AG syndizierte Kreditlinie über 3.000,0 Mio. € ersetzt. Unter diesem Vertrag, der im Jahr 2030 endet, können Ziehungen in Euro oder schwedischer Krone erfolgen, die Verzinsung erfolgt entsprechend auf EURIBOR- bzw. STIBOR-Basis zuzüglich eines Margenaufschlags. Diese Linie war zum 31. Dezember 2025 nicht in Anspruch genommen.

Ebenfalls seit November 2021 besteht ein Commercial-Paper-Rahmenprogramm über ein Gesamtvolumen von 3.000,0 Mio. €, unter dem die Vonovia SE als Emittentin auftritt. Zum 31. Dezember 2025 waren keine Emissionen ausstehend.

Zum 31. Dezember 2025 betrug das zur Verfügung stehende Gesamtvolumen aus Aval-Kreditverträgen im Gesamtkonzern 405,0 Mio. € (31. Dezember 2024: 305,0 Mio. €). Zum Stichtag wurden hiervon insgesamt 217,7 Mio. € (31. Dezember 2024: 226,3 Mio. €) in Anspruch genommen.

Aval-Kreditverträge

Avalkreditgeber

Volumen Rahmen- vertrag

Inanspruchnahme 2025

Anmerkung

Commerzbank AG

35,0 Mio. €

20,0 Mio. €

Atradius Kreditversicherung Vonovia SE

90,0 Mio. €

79,3 Mio. €

Atradius Kreditversicherung Deutsche Wohnen SE

20,0 Mio. €

13,3 Mio. €

Swiss Re International SE

120,0 Mio. €

60,3 Mio. €

Berliner Volksbank eG

kein Rahmen

0,1 Mio. €

projektspezifische Development- finanzierung

Kreissparkasse Gelnhausen

kein Rahmen

0,2 Mio. €

Einzelbürgschaften

Hypo Vereinsbank

kein Rahmen

0,2 Mio. €

Einzelbürgschaften

VHV Allgemeine Versicherung AG

kein Rahmen

0,2 Mio. €

Rahmenvertrag gekündigt

Zurich Insurance Europe AG

75,0 Mio. €

11,2 Mio. €

Euler Hermes

50,0 Mio. €

27,5 Mio. €

UniCredit Bank Austria AG AT

10,0 Mio. €

5,4 Mio. €

Raiffeisen Bank International AG AT

5,0 Mio. €

Insgesamt verfügt Vonovia zum Stichtag über Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 3.106,9 Mio. € (31. Dezember 2024: 1.756,7 Mio. €). Die Kreditmittelrahmenverträge bzw. das Commercial-Paper-Programm sichern gemeinsam mit dem verfügbaren Kassenbestand die jederzeitige Zahlungsfähigkeit von Vonovia.

Wir verweisen auf die Ausführungen zum Finanzrisikomanagement im Lagebericht.